▶ Aktionistische Platz-Umbenennung ▶ Cenzi von Ficker statt Adolf Pichler

Mit einer direkten Aktion wurde gestern auf die Leistungen einer in Innsbruck geborener Bergsteigerin aufmerksam gemacht.

Der Adolf-Pichler-Platz hinter den Rathausgalerien wurde in aller Frühe von Aktivist:innen umbenannt, die Tafeln überklebt.

“Cenzi von Ficker” ist nun dort zu lesen. Und als Erklärung: “Cenzi von Ficker (1878-1956) war eine Pionierin des Bergsteigens. Sie bekam für ihre Leistungen den georgischen Berg Uschba (4737) geschenkt.”

Die Wahl des Platzes war wohl kein Zufall: Der Schriftsteller und Naturwissenschaftler Adolf Pichler ist aufgrund seiner nationalistischen Einstellung umstritten.

In sozialen Netzwerken wurde dazu aufgerufen, ein Foto zu machen und um punkt 17:30 Uhr mit dem Hashtag #heldinnenaufdiestraße ins Netz zu stellen. Zahlreiche Innsbrucker:innen beteiligten sich.

Hinter dem Aufruf steckt ein feministisches Kollektiv aus Innsbruck, das vorerst nicht genannt werden möchte.

“Die Würdigung einer Tiroler Vorkämpferin und mutigen Extrembergsteigerin ist längst überfällig. Der Weg ins goldene Matriarchat besteht aus vielen kleinen Schritten, dazu gehört auch ein Sichtbarmachen der wahren Heldinnen des Landes anstelle von fragwürdigen Helden”, heißt es im Aufruftext.

Die Stadt Innsbruck sei gefordert, Frauen* und ihre Leistungen auch im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.

Foto: Christian Niederwolfsgruber