▶ Linksruck bei ÖH-Wahlen in Innsbruck ▶ AG verliert Absolute

Auch an Österreichs drittgrößten Universität rückten die Studierenden nach links und folgten damit dem bundesweiten Trend. Dort triumphierte der VSStÖ vor Gras und AG.

Zwar blieb die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft mit 38,4 % die stimmenstärkste Gruppe, sie verlor aber die absolute Mandatsmehrheit – eine Sensation. Wohl auch ein Rüffel für die türkis-grüne Regierung, denn auch die GRAS verlor leicht, verteidigte mit 24,4 % aber Platz zwei. Deutlicher Gewinner mit starkem Plus und 20,3 % war der VSStÖ , auch die liberalen Junos gewannen mit 8,9 % dazu.

Der KSV-LiLi, der erstmals auf Uniebene angetreten war, erzielte mit 2,8 % einen Achtungserfolg, verpasste jedoch ein Mandat. Der KSV blieb mit 2,6 % stabil, vor dem rechten RFS mit 2,6 %.

Die Linke (grüne, rote und kommunistische Listen) erzielte zusammen 50,1 % der Stimmen. Die AG verlor zwei Mandate (8 statt 10 der 19 Mandate), rein rechnerisch wäre damit eine linksliberale Koalition aus Gras, VSStÖ und Junos möglich.

Die Wahlbeteiligung ging auch in Innsbruck zurück: Gingen 2019 noch über 6.300 Studierende zur Urne, so waren es heuer nur 4.700. Davon waren jedoch nicht alle Listen gleich betroffen: Während AG und Gras massiv Stimmen verloren, blieb die Stimmenanzahl der übrigen Listen nahezu konstant. Generell konnten kleinere Listen ihre Anhänger:innen besser mobilisieren.

Im Vorfeld hatte die Kandidatur eines wegen Widerbetätigung verurteilten Neonazis auf Platz 3 der FPÖ-Vorfeldorganisation Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) für Aufregung gesorgt. Der RFS landete mit 120 Stimmen auf dem vorletzten Platz und erzielte kein Mandat.

Grafiken: eigene Darstellung
Quelle: https://wahlergebnisse2021.oeh.ac.at/