▶ Krankenhaus Hall: Gedenkort eröffnet ▶ 360 Menschen von Nazis in Tötungsanstalten deportiert

Auf dem Gelände des Landeskrankenhauses Hall (früher: Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol) wurde gestern der neue Gedenkort eröffnet: 360 individuell gestaltete Metallstehlen erinnern die 360 Frauen*, Männer* und Kinder, die zwischen 1940 und 1942 in Tötungsanstalten in Oberösterreich gebracht wurden.

Sie sind Teil jener Personengruppe, die von den Nazis als “lebensunwertes Leben” gebrandmarkt und systematisch verfolgt und vernichtet wurden. Nach dem “Anschluss” Österreichs 1938 kamen auch Personen in Tirol in die Fänge des NS-Vernichtungssystems.

Der neue Gedenkort umfasst ein barrierefreies Gartenareal mit Informationstafeln und 360 verteilt angeordneten Metallstehlen: Sie bilden auf einer gedachten Landkarte die Heimatorte der ermordeten Personen ab.

“Die Gestaltung des Gedenkorts basiert auf Individualisierung, Personalisierung und Einbeziehung des Lebensumfelds der Haller NS-Euthanasieopfer. Jede der 360 Metallstelen ist daher mit dem Namen, dem Geburtsdatum, dem Geburtsort, dem Heimatort und dem Jahr der Ermordung des jeweiligen Opfers versehen.”, schreiben die TirolKliniken, die die Errichtung in Auftrag gegeben haben.

Wir denken an 360 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder. Sie wurden in den Jahren 1940 bis 1942 während der Zeit des Nationalsozialismus abtransportiert. Von der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol kamen sie nach Hartheim oder Linz-Niedernhart in Oberösterreich. Dort wurden sie ermordet. Zur Erinnerung daran, wozu wir Menschen fähig sind.

Text der Gedenktafel

Informationen und ausgewählte Biografien sind Webseite www.gedenkort-hall.at verfügbar. Der Gedenkort ist frei zugänglich.

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Foto: Niewo