▶ Kapuze-Hausbesetzung vor 1 Jahr ▶ Banner- und Graffiti-Aktionen

Ein Jahr ist es her, dass sich rund 20 Aktivist:innen Zugang zu dem seit Jahren leerstehenden Gebäude in der Kapuzinergasse 14 verschafften.

Das Transparent mit der Aufschrift “Dieses Haus ist besetzt” war rasch gehisst, in einem Flugblatt kritisierten die Besetzer:innen den Leerstand in Innsbruck, die hohen Mieten und das Fehlen konsumfreier, selbstverwalteter Räume.

Mit einer Banner-Aktion an einem leerstehenden Gebäude in der Mariahilfstraße bei der Innbrücke sowie mehreren Graffitis haben Aktivist:innen auf die Besetzung hingewiesen. “Innsbruck besetzen – 1 Jahr Kapuze” stand auf dem Transparent geschrieben, wie der Infokanal “Radikales Innsbruck” berichtet.

Wohnsituation weiter angespannt

Daran hat sich bis heute wenig geändert: Rund 5 % der 77.000 Wohnungen in Innsbruck stehen leer, wie eine Erhebung der Stadt ergeben hat. Das entspricht fast 4.000 Wohungen, die trotz aktutem Wohnraummangel nicht genutzt werden.

Die Mietpreise in Innsbruck sind österreichweit am höchsten, Eigentumswohungen für Normalverdienende unleistbar.

Gleichzeitig wird der knappe Wohnraum mit dem Segen der Stadtregierung mit Luxuswohnungen verbaut, etwa am Zeughaus-Areal oder aktuell in Igls.

Doch der Widerstand in der Innsbrucker Bevölkerung gegen die Betongold-Projekte wächst, die Stimmung ist längst gekippt.

Anders ist die große Zustimmung, die den Hausbesetzer:innen engegengebracht wurde, nicht zu erklären.

Leerstand wird für Büros genutzt

Eine von den Aktivist:innen angestrebte Nutzung des Gebäudes als Gemeinschaftszentrum für den Stadtteil scheiterte am Eigentümer. Nach anfänglicher Gesprächsbereitschaft erstattete er Anzeige, ein Unbeteiligter geriet dadurch in den Fokus der Polizei.

Im Frühjahr wurden die Innenräume des Gebäudes renoviert, sie sollen zukünftig als Coworking-Spaces genutzt werden: Selbständige mieten sich dabei einen Arbeitsplatz und nutzen Büroräumlichkeiten gemeinsam, wodurch Kosten reduziert werden.

Im ersten Stock ist bereits eine Software-Firma eingezogen. Mit dem Eigentümer wurde ein mehrjähriger Vertrag abgeschlossen.

Es war die erste Hausbesetzung in Innsbruck seit zwölf Jahren, nachdem 2008 die alte Talstation der Hungerburgbahn kurzzeitig besetzt worden war.

Fotos: Redaktion / Anonym

Hintergründe:
Hausbesetzung in Innsbruck
Räumung abgewendet
Gartenfest
Anzeige gegen Festbesucher