▶ Dicke Luft im Jugendbeirat ▶ Kritik an Kürzungen & Bürokratie

Das hatte Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf so wohl noch nicht erlebt: Bei der letzten Sitzung des Jugendbeirates gab es heftige Kritik durch Vorsitz und Mitglieder.

Im Jugendbeirat sind Vertreter*innen der Offenen und Mobilen (z. B. Jugendzentren), der verbandlichen Jugendarbeit (z. B. Jungschahr) und anderer Einrichtungen vertreten. Das Gremium soll das Land in jugendrelevanten Themen beraten. Vorsitzender ist derzeit Lukas Trentini von der Plattform Offene Jugendarbeit Tirol (POJAT).

Der Anlass: Die Förderrichtlinien für die Jugendarbeit in Tirol wurden überarbeitet. Viele Projekte, vor allem ehrenamtliche, hängen davon ab. Doch statt Vereinfachung bedeuten die neuen Regelungen: Kürzung durch die Hintertür und mehr bürokratischer Aufwand.

Besonders erbost waren die Jugendbeirats-Mitglieder darüber, dass das Gremium in diese weitreichende Änderung in keiner Weise eingebunden wurde. Die ersatzlose Streichung der Förderung von Supervisionen war ein Ärgernis, ebenso sowie die 50%-Obergrenze. Dadurch musste der Orientierungskurs für Jugendarbeiter*innen, der diese Woche begonnen hätte, in letzter Minute abgesagt werden.

Im Ressort von Zoller-Frischauf schwelt es schon lange. Der Totalumbau des Bereichs Jugend durch Ines Bürgler hat für sehr viel Unmut gesorgt. “Die Stelle, die sehr nah am Geschehen der Jugendarbeit vor Ort war, ist zu einem hierarchischen Verwaltungsapparat verkommen”, so eine Jugendarbeiterin aus Innsbruck-Land.

Zoller-Frischauf, die Jugendarbeit in Tirol eingangs noch in überschwänglichen Tönen für ihre Arbeit in der Corona-Krise lobte, hatte für die vorgebrachte Kritik nur leere Floskeln übrig. So lässt sich verlorenes Vertrauen nicht wiederherstellen, heißt es aus Jugendarbeiter*innen-Kreisen.