▶ DeCentral wird Café Lotta ▶ Vor 10 Jahren gegründet

Das Café DeCentral in der Hallerstraße 1, bei der Mühlauer Brücke, ist Geschichte – zumindest in seiner bisherigen Form und unter diesem Namen: Nach dem Austritt eines großen Teils der aktiven Gruppe im September diesen Jahres steht der linksradikale Treffpunkt vor großen Veränderungen.

Hintergrund des Austritts war die Aufarbeitung eines sexualisierten Übergriffs, der im DeCentral stattgefunden und zu Konflikten in der Gruppe geführt hat. Nun hat sich eine neue Gruppe zusammengefunden, die den Treffpunkt weiterführen will. Dazu sollen konkrete Maßnahmen gegen sexualisierte und gewalttätige Übergriffe erarbeitet werden.

Was wird sich ändern? “Eine größere Auswahl an Büchern und Broschüren in Form eines #Infoladens, ein breiterer Internetauftritt, sowie neue Farben und Möbel sind erste Schritte die wir umsetzen wollen”, schreibt das neue Kollektiv in einer Stellungnahme. Die Gruppe möchte sich personell breiter aufstellen und bewusst migrantische und proletarische Menschen ansprechen. Und: “Feministische Anliegen sollen auch als Kollektiv bearbeitet werden.”

Derzeit hat das Lokal aufgrund der Corona-Regelungen nur sehr eingeschränkt geöffnet. Ein erstes offenes Plenum ist für den 6. Januar 2021 im Traklpark geplant. Aktuelle Informationen finden sich auf der Facebook-Seite der Gruppe unter “Café Lotta”.

Das DeCentral wurde vor zehn Jahren, am 15. Oktober 2010, am heutigen Standort eröffnet. Maßgeblich beteiligt waren der linksradikale Kulturverein Grauzone sowie weitere Personen, die in der unibrennt-Bewegung 2009 aktiv waren. Der Treffpunkt verstand sich als “politisches Beisl”, das frei von Konsumzwang und Kontrolle ist. Es wurde seitdem hauptsächlich von Personen aus dem autonomen und libertären Spektrum besucht und organisatorisch getragen.

Titelfoto: Café Lotta / Instagram