Corona-Management: System am Limit

In Österreich gibt es aktuell 144.948 bestätigte aktive Fälle. Das ist mehr als Innsbruck Einwohner:innen hat. Auch wenn die Aufmerksamkeit derzeit vor allem auf Salzburg und Oberösterreich gerichtet ist: Auch in Tirol spitzt sich die Corona-Lage zu. Die Kurve der Neuinfektionen zeigt stark nach oben (von täglich rund 100 neuen Fällen im Oktober auf über 1.300 heute).

Dies bringt das Corona-Management in Tirol ans Limit – und darüber hinaus. Eine Übersicht.

Kein Contact Tracing mehr.

Mit der Kontaktnachverfolgung werden mögliche Ansteckungen im Umfeld von positiv getesteten Personen von der Gesundheitsbehörde ausfindig gemacht und abgesondert. Dies wurde inzwischen eingestellt, wie das Land Tirol schreibt: “Haushaltsangehörige oder Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen werden somit bis auf Weiteres nicht mehr automatisch behördlich erhoben und abgesondert.” (1) Auch im Schulbereich findet kein Contact Tracing mehr statt: “Erst wenn mehr als 2 Fälle im Abstand von weniger als 5 Tagen in derselben Klasse aufgetreten sind, erfolgt durch das Coronazentrum eine Ausbruchsabklärung”, erklärt die Volksschule Seefeld in einer Aussendung. (2)

Keine behördlichen Kontaktaufnahme mehr

Das Ausstellen der schriftlichen Absonderungsbescheide wurde laut Land Tirol ebenfalls eingestellt. (1) Die Absonderung erfolgt nun mündlich. Wie mehrere Personen berichten wurden sie jedoch trotz positiven Tests auch nach mehreren Tagen nicht von der Behörde kontaktiert. Hier ist also Eigenverantwortung gefragt: Selbstisolation, Informationen einholen, Kontaktpersonen informieren.

Hotlines unerreichbar

Während die Info-Hotline des Landes Tirol (0800 80 80 30) weiterhin gut erreichbar ist, scheinen die Corona-Hotline 1450 ebenso wie die Nummer des Coronazentrums bzw. der Gesundheitsbehörde (05125089699) völlig überlastet zu sein. “Habe versucht 1450 anzurufen – habe nach knappen 2h aber aufgelegt”, schreibt ein User auf Twitter. Ein anderer berichtet von zwei Stunden in der Warteschleife, ehe die Linie unterbrochen wurde.

Wartezeiten bei PCR-Tests

Zur Lage bei den PCR-Testungen gibt es unterschiedliche Meldungen. Während die Testung in den Teststraßen und der Messe weiterhin relativ zügig erfolgt, gibt es in etlichen Apotheken keine Testtermine mehr. Apotheker:innen berichten von einem zunehmend aggressiven Verhalten von ungeimpften Personen, die keine Tests mehr machen können.

Inzwischen hat auch das Land Tirol die Weichen für die Drittimpfung für alle gestellt: “Alle Menschen über 18 Jahren und PatientInnen mit Risikofaktoren über 12 Jahren können in Tirol bereits vier Monate nach der Zweitimpfung – unabhängig vom Impfstoff – einen Termin für die Drittimpfung in den Impfzentren des Landes buchen”, heißt es dazu. (3) Erste Termine werden bereits ab Sonntag vergeben, wie ein kurzer Test gezeigt hat.

Quellen:
1) https://www.tirol.gv.at/…/absonderung-von-positiven…/
2) https://www.vs-seefeld.tsn.at/…/HP-Neuerungen%20Nov.21…
3) https://www.tirol.gv.at/…/terminbuchungen-erst-zweit…/

Weitere Informationen:
Anmeldung Drittimpfung